Ich, Gerald, begann meine Reise in Bangkok und flog nach Kolkata (Westbengalen), wo ich das farbenprächtige Durga Puja Festival erlebte, durch die geschäftigen Straßen schlenderte und kulturelle Orte wie den South Park Cemetery und das Mutterhaus der Missionarinnen der Nächstenliebe besuchte. Von dort reiste ich nach Bhutan, erkundete Thimphu, fuhr über den Dochula-Pass, besichtigte den Punakha-Dzong und wanderte zum beeindruckenden Tigernest-Tempel. In Varanasi (Uttar Pradesh) fuhr ich mit dem Boot auf dem Ganges, besuchte die Ghats, die BHU-Universität sowie die heiligen Stätten Sarnath und Kashi-Vishwanath-Tempel. In Dharamsala (Himachal Pradesh) tauchte ich in die tibetische Kultur ein, besuchte das Museum und das tibetische Parlament und erlebte eine unvergessliche Audienz beim Dalai Lama. Schließlich ging es nach Amritsar (Punjab), wo ich den Goldenen Tempel, die Suppenküche und die Grenzparade in Wagah besuchte, das Lichterfest Diwali feierte und von dort über Neu-Delhi nach Bangkok zurückkehrte.
Die Flüge von Bangkok nach Kolkata (früher Kalkutta) im indischen Bundesstaat Westbengalen starten meistens erst spät in der Nacht. Ich wähle den ersten Flug, der um 23 Uhr abhebt und um Mitternacht in Kolkata landet. Die AirAsia-Maschine ist nahezu leer und überpünktlich. Mittlerweile gibt es auch für Indien die digitale Arrival Card sowie das E-Visa, wodurch die Einreise am Schalter schnell erledigt ist.
Mit einem Uber-Taxi fahre ich in die Innenstadt zu meinem gebuchten Airbnb, das direkt hinter dem zentral gelegenen Indischen Museum liegt. Das alte Kolonialgebäude verfügt über einen handgesteuerten Aufzug von Werther, die Räume sind hoch und charmant antiquiert. Gegen 2 Uhr falle ich erschöpft ins Bett.
Durga Puja ist im Hinduismus das Fest zu Ehren der Göttin Durga, die in verschiedenen Erscheinungsformen sowohl gütig als auch strafend sein kann. Heute ist der letzte Tag des Festivals. Die Göttin Durga wird von verheirateten Frauen mit Sindur, roter Farbe, verehrt und verabschiedet. Überall in der Stadt sind Altäre festlich beleuchtet und prächtig geschmückt. Die Menschen beten, singen, fotografieren – es ist einer der wichtigsten Feiertage in Kolkata.
Ich entscheide mich für den Haupttempel im Stadtteil Bag Bazar, etwas außerhalb des Zentrums. Dort besuche ich nicht nur den Tempel und den Jahrmarkt drumherum, sondern begleite auch am Abend den Menschenzug zum nahegelegenen Fluss, wo die kunstvoll hergestellten Göttinnen-Darstellungen im Wasser versenkt werden.
Heute erkunde ich die Umgebung meiner Unterkunft zu Fuß. Sie liegt nahe der Park Street, dem lebendigen Zentrum von Kolkata. Die Straßen sind voll von Menschen, Autos und Motorrädern – jeder scheint es eilig zu haben, Rücksichtnahme ist rar. Die Gehsteige sind oft unterbrochen, man muss ständig aufmerksam sein. Lärm, Farben, Gerüche und das geschäftige Treiben ergeben ein ganz besonderes Erlebnis.
Ein Highlight des Tages ist die Anschaffung einer lokalen SIM-Karte. Direkt bei den Providern geht dies nicht, außer ein Inder bürgt für einen. So wende ich mich an einen Straßenhändler, der die Anmeldung über eine App durchführt. Die digitale Überprüfung durch die Zentrale kann mehrere Stunden dauern, heute jedoch geht alles überraschend schnell: Nach nur vier Stunden ist die SIM-Karte aktiviert.
Ich nutze die freie Zeit für einen Besuch des berühmten South Park Cemetery. Dieser Friedhof, von 1767 bis 1830 genutzt, beherbergt rund 1.600 britische Männer, Frauen und Kinder – vor allem Angehörige des Militärs, Beamte und deren Familien. Früher „Großer christlicher Friedhof“ genannt, war er einer der ersten nichtkirchlichen Friedhöfe der Welt. Heute sieht man hier keinerlei religiöse Symbole, wie Kreuze oder göttliche Darstellungen. Das wohl berühmteste Grab beherbergt Walter Landor Dickens, Sohn des englischen Schriftstellers Charles Dickens. Er wurde zunächst auf dem Kriegsfriedhof von Bhowanipore beigesetzt, sein Grabstein wurde dann 1987 hierher verlegt.
Am Vormittag gehe ich zu Fuß in etwa einer halben Stunde zum „Mutterhaus der Missionarinnen der Nächstenliebe“, das 1950 von Mutter Teresa gegründet wurde. Von hier aus begann die heiliggesprochene katholische Nonne ihre unermüdliche Arbeit für die Armen und Kranken der Stadt. Heute dient das Haus weiterhin als Kloster und beherbergt das Grab der Gründerin. Es ist ein ruhiger, wohltuender Ort mitten im hektischen Treiben der Großstadt.
Eigentlich wollte ich noch mit der einzigen Straßenbahn auf dem indischen Subkontinent fahren, die ich bereits bei meinem Besuch im letzten Jahr gesehen und gefilmt habe. Doch leider wurde ihr Betrieb vor kurzem eingestellt, da sie den Verkehr auf den verstopften Straßen behinderte. Übrig geblieben sind nur noch einige alte Waggons und ein trostloses Museum, das zudem geschlossen war. Für meine Fahrt dorthin nutzte ich den öffentlichen Bus – auch das ist ein besonderes Erlebnis.
Am Nachmittag besuche ich den Zoologischen Garten von Kolkata, der mit 150 Jahren Geschichte der älteste Zoo des indischen Subkontinents ist. Früher habe ich Zoos gerne besucht, doch nach einigen negativen Erfahrungen mit schlechter Tierhaltung zögere ich nun. Hier jedoch bin ich positiv überrascht: Die Gehege sind großzügig und tierfreundlich gestaltet, viele verschiedene Tierarten lassen sich beobachten, alles wirkt sauber und gepflegt. Mit 50 Cent Eintritt ist der Besuch zudem sehr erschwinglich.
Die Maschine der Bhutan Airlines kommt aus Bangkok und legt in Kolkata eine Zwischenlandung auf dem Weiterflug nach Paro, dem einzigen internationalen Flughafen Bhutans, ein. Sowohl in Kolkata als auch über Paro gab es in der Nacht Blitz, Donner und starken Regen. Aufgrund dessen starten wir mit drei Stunden Verspätung und landen am frühen Nachmittag bei nur 14 Grad – etwas kühl für diese Jahreszeit.
Der Abflug nach Paro ist spektakulär: Aufgrund der Lage in einem engen Himalaya-Tal muss der Pilot die Maschine manuell durch steile Bergspitzen navigieren.
Gleich nach der Landung wird deutlich, wie angenehm und freundlich Bhutan ist: Nette Grenzbeamte, eine schön dekorierte Ankunftshalle, schnelle Abfertigung. Direkt am Ausgang ist innerhalb einer Minute die lokale SIM-Karte für umgerechnet zehn Euro aktiviert.
Bhutan ist für ausländische Touristen nur mit Visum und einer täglichen Übernachtungsgebühr von 100 US-Dollar zu bereisen. Außerdem muss die gesamte Reise über eine lokale Agentur gebucht werden, was Massentourismus verhindert und die Besucherströme kanalisiert.
Das hat den Vorteil, dass man sich um fast nichts kümmern muss: Schon am Flughafen werde ich von der Agentur begrüßt und in rund einer halben Stunde in die Hauptstadt Thimphu gebracht. Mein lokaler Reiseführer ist ab jetzt immer an meiner Seite, außerdem haben wir einen Fahrer dabei. Unterwegs halten wir an der ältesten Hängebrücke des Landes und an der größten Buddha-Bronzestatue der Welt. Am Nachmittag besichtigen wir den lokalen Markt, bevor wir im Hotel einchecken.
Letztes Jahr besuchten nur 145.000 Touristen Bhutan, rund 400 pro Tag. Die meisten bleiben höchstens sieben Tage, ich habe mich für vier entschieden. Da alle Routen mit einem Tourguide erfolgen, trifft man häufig die gleichen Besucher an den Sehenswürdigkeiten.
Am frühen Morgen fahren wir von Thimphu nach Punakha über den Dochula-Pass auf 3.100 Metern. Dort stehen 108 Gedenk-Chörten, die „Druk Wangyal Chortens“, die an die einzige Militäroperation Bhutans vor rund 20 Jahren erinnern. Von hier eröffnet sich ein beeindruckender Blick auf den Himalaya.
Weiter geht es hinab ins Tal. Wir unternehmen einen kurzen Spaziergang durch die Reisfelder und erreichen den Fruchtbarkeitstempel Chimi Lhakhang, einen der ältesten Tempel Bhutans. Paare besuchen ihn häufig, um sich Kinder zu wünschen. Die Anlage liegt auf einem Hügel und bietet malerische Blicke in das vom Fluss durchzogene Tal.
Nach einem ausgiebigen Mittagessen besuchen wir den Punakha-Dzong, eine buddhistische Klosterburg aus dem 17. Jahrhundert. Sie ist die zweitälteste und zugleich zweitgrößte Klosterburg Bhutans und eines der eindrucksvollsten Bauwerke des Landes. Bis 1955 war der Dzong Sitz der Regierung Bhutans.
Am späten Nachmittag unternehme ich noch einen Spaziergang zur längsten Hängebrücke des Landes, bevor wir ins Hotel im kleinen Ort Punakha zurückkehren. Ich erkunde noch den Ort und besuche die Tempelanlage Khuruthang.
Am Vormittag fahren wir über den Dochula-Pass zurück nach Paro, das sich hinter dem Flughafen befindet. Die Kleinstadt mit etwa 15.000 Einwohnern liegt auf rund 2.400 Metern Höhe. Sie ist symmetrisch angelegt und besteht überwiegend aus mehrstöckigen Gebäuden, in denen sich im Erdgeschoss meist Läden befinden. Eine Straße ist vollständig von touristischen Souvenirshops gesäumt.
Am Nachmittag besuche ich das nahegelegene Nationalmuseum von Bhutan, das 1968 im renovierten Ta-dzong eröffnet wurde. Das Gebäude stammt ursprünglich aus dem Jahr 1649 und ist mit sechs Stockwerken das höchste im Land – das vorgeschriebene Limit für Bauwerke in Bhutan.
Direkt darunter liegt die Paro Dzong, eine buddhistische Klosterburg. Neben der Mönchsgemeinschaft des Distrikts ist hier auch eine staatliche Verwaltung untergebracht.
Am späten Nachmittag kommen wir im Hotel an, das auf einer Anhöhe über Paro liegt. Von hier bietet sich ein wunderbarer Blick auf das Tal und die besichtigten Gebäude. Der Abend ist zusätzlich von Vollmond erleuchtet, was die Szenerie besonders stimmungsvoll macht.
Das Tigernest-Kloster (Taktshang oder Paro Taktsang) wurde 1692 rund um eine Höhle in 900 Metern Höhe errichtet. Hier soll der Guru Rinpoche (Padmasambhava) erstmals meditiert haben – der Mann, der den Buddhismus nach Bhutan brachte. Der Legende zufolge wurde Guru Rinpoche auf dem Rücken einer Tigerin von Tibet hierher gebracht, daher der Name.
Ich starte früh um 8 Uhr auf dem steilen Weg zum Tempel. Am Aussichtspunkt angekommen, muss man zunächst in eine Schlucht hinuntersteigen und auf der anderen Seite wieder hinauf, bis man schließlich den Tempel auf rund 3.000 Metern erreicht. Der gesamte Weg hin und zurück beträgt etwa 6,5 Kilometer und überwindet rund 600 Höhenmeter. Am frühen Nachmittag komme ich verschwitzt und erschöpft wieder am Parkplatz an.
Am Morgen geht es mit Bhutan Airlines direkt nach Neu-Delhi, dort erfolgt der Umstieg auf eine Maschine von Air India nach Varanasi. Ich lande am Nachmittag gegen 15 Uhr.
Die Fahrt vom Flughafen in die Stadt dauert über eine Stunde. Die Temperaturen sind deutlich wärmer als in Bhutan, und der Verkehr ist chaotisch – laut, lebhaft und voller Eindrücke. Mein Airbnb liegt am Rande der Altstadt; das Schlafzimmer zeigt zur belebten Straße.
Nach einem kurzen Spaziergang entlang des Ganges fahre ich weiter zur Banaras Hindu University (BHU), der großen Universität in Varanasi. Dort treffe ich die Kolleginnen und Kollegen der Deutschabteilung: sechs Dozenten unterrichten rund 200 Studierende. Wir fahren mit dem Motorrad über den weitläufigen Campus und besichtigen auch die Unterrichtsräume.
Gegen Abend mache ich mich auf zum Ghat Assi. Ghats sind die Treppen und Terrassen hin zum Fluss Ganges, meist gesäumt von Tempeln und heiligen Anlagen. Ich nehme ein Boot, das mich rund anderthalb Stunden im Sonnenuntergang entlang der Altstadt fährt. Die Stufen und Tempel entlang des Flusses sind im Abendlicht beleuchtet und bieten eine beeindruckende Kulisse. Nach der Ankunft beobachte ich noch die allabendliche Ganga Aarti-Zeremonie, bei der die Mutter Ganga geehrt wird. Die Priester führen feierliche Tänze auf und schwenken große Leuchter.
Sieben Kilometer außerhalb von Varanasi liegt Sarnath. Hier hielt Buddha nach seiner Erleuchtung seine erste Rede und gründete damit den Buddhismus. An einer rund einen Kilometer langen Straße stehen ununterbrochen Essens- und Souvenirstände. Von hier erreicht man alle wichtigen Tempel, Ausgrabungsstätten (Eintritt 300 Indische Rupien, zum Reisezeitpunkt knapp drei Euro) und das Museum (Eintritt 5 INR, 5 Eurocent). Es enthält Fundstücke aus der buddhistischen Ausgrabungsstätte und ist eines der meistbesuchten Museen Indiens. Bedeutende archäologische Stätten wie der Dhamek Stupa und der Ashoka-Löwenkapitell-Pfeiler, das Nationalwappen Indiens, befinden sich hier. Sarnath ist einer der vier heiligsten Orte des Buddhismus.
Vom Namo Ghat spaziere ich entlang des Ganges und entdecke viele Bauwerke, Zugänge zum Fluss, kleine Tempel und religiöse Stätten. Ich treffe immer wieder Leute, mit denen ich mich kurz unterhalte.
Höhepunkt ist der Besuch des Kashi-Vishwanath-Tempels, eines der wichtigsten Heiligtümer des Hinduismus. Hindus müssen hier mehrere Stunden anstehen, für Ausländer gibt es einen Fast Track für umgerechnet 5,50 Euro. Man wird direkt zum Hauptheiligtum geleitet und kann beobachten, wie Menschen um einen Brunnen ringen, um ein paar Tropfen Wasser zu erhalten – ein skurriles Schauspiel, das an die Klagemauer in Jerusalem erinnert.
Heute besuche ich das Ramnagar Fort am Ostufer des Ganges. Die burgähnliche Anlage wurde 1750 erbaut. Der Maharadscha von Benares wohnt angeblich noch hier, obwohl der königliche Titel 1971 abgeschafft wurde. Die öffentlich zugänglichen Räume (für Inder 80 Cent, für Ausländer zwei Euro) sind ein kurioses Sammelsurium alter Fahrzeuge, Waffen und Geschenke von Besuchern. Fotografieren ist in den stark heruntergekommenen Museumsräumen unter Strafe verboten.
Ich spaziere nur ein wenig durch das Viertel, in dem mein Airbnb liegt. Die meisten Tempel sind tagsüber bis 16 Uhr geschlossen. Am Abend fliege ich nach Neu-Delhi und übernachte dort in der Nähe des Flughafens.
Am Morgen geht es mit einer Propellermaschine der Spicejet nach Kangra, dem nächstgelegenen Flughafen von Dharamsala. Vom Flughafen fahre ich mit dem Taxi rund 15 km in einer Stunde auf etwa 2.000 Meter nach McLeod Ganj, einem Stadtteil von Dharamsala.
Der Ort lebt hauptsächlich von Pilgern, die den Tempel seiner Heiligkeit, dem 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, besuchen. Die engen Straßen sind voller Gästehäuser und kleiner Hotels, die Wege zum berühmten Tempel gesäumt von Souvenirständen.
Der kleine Ort Dharamsala, „Haus des Dharma“ – also der Lehre des Buddha – liegt auf 1.500 Metern Höhe und hat rund 30.000 Einwohner. Ich unternehme heute eine Wanderung in den niedriger gelegenen Teil des Ortes, wo sich das Parlament der tibetanischen Exilregierung und ein interessantes Museum über Tibet befinden.
Obwohl alle meine Anfragen nach einer Audienz beim Dalai Lama abgelehnt wurden, versuche ich es vor Ort – und siehe da: Nach langer Wartezeit werde ich, wie drei Frauen aus Mexiko auch, zur morgendlichen Audienz zugelassen. Rund 500 Leute stehen im Halbkreis vor seiner Residenz. Der Dalai Lama wird in einem Golfwagen vorgefahren, setzt sich und nimmt sich Zeit für jeden, murmelt einen Segen, tätschelt die Wange und drückt die Hand. Ein einmaliger, bewegender Moment.
Im Anschluss gehe ich den buddhistischen Rundweg um die Residenz, am Nachmittag besuche ich die protestantische St. John in the Wilderness-Kirche, erbaut Mitte des 19. Jahrhunderts, nur zwei Kilometer von McLeod Ganj entfernt.
Am Vormittag besuche ich die Gedenkstätte für das Massaker von 1919 (Massaker von Amritsar) – eine parkähnliche Anlage mit mehreren Galerien, die die Geschichte dieses Kolonialverbrechens anschaulich vermittelt.
Anschließend gehe ich zur größten Suppenküche der Welt (Langar), die an den Goldenen Tempel (Harmandir Sahib) angeschlossen ist. Mehrere hundert Freiwillige und einige Festangestellte kochen rund um die Uhr für täglich 100.000 Bedürftige. Jeder kann hier essen, trinken oder eine Spende dalassen.
Am Nachmittag geht es zum Grenzübergang Attari/Wagah, etwa 35 Kilometer entfernt. Die „Beating Retreat“-Zeremonie bei Sonnenuntergang ist ein patriotisches Spektakel mit paradenartigen Einholmanövern der Flaggen beider Länder in einer streng choreografierten Vorstellung.
Heute besuche ich den Goldenen Tempel (Harmandir Sahib), das höchste Heiligtum der Sikhs, der achtgrößten Religion der Welt mit rund 30 Millionen Mitgliedern. Der Tempel ist mit 24-karätigem Blattgold bedeckt und liegt auf einer Insel in einem künstlich angelegten See. Die großzügige Palastanlage beherbergt weitere religiöse Stätten und ein weitläufiges Museum. Bei Sonnenuntergang wird das Abendgebet über Lautsprecher angestimmt, die Gläubigen stimmen ein und sitzen oder stehen rund um den See. Nach Einbruch der Dunkelheit erstrahlt der Tempel festlich beleuchtet.
Das hinduistische Lichtfest Diwali symbolisiert den Sieg des Lichts über die Dunkelheit, des Guten über das Böse und des Lebens über den Tod. Auch andere Religionen feiern das Fest. In Amritsar begeht der Sikhismus den Sieg seines sechsten Gurus. Am Abend versammeln sich viele Gläubige im Goldenen Tempel, es folgt ein großes Feuerwerk, das ich von meiner Dachterrasse im 6. Stock beobachte – ein unvergesslicher Anblick.
Am Vormittag besuche ich einen lokalen Supermarkt und kaufe einige Geschenke. Am Abend gehe ich in den Tempel Gurdwara Baba Atal Rai Sahib Ji, der sich wunderschön im heiligen See spiegelt. Anschließend esse ich im angesagtesten Restaurant der Stadt, dem Kesar Da Dhaba – es gibt Maisroti mit Spinat.
Am Morgen fliege ich mit Air India nach Delhi, nach einem kurzen Aufenthalt und einem zweiten Frühstück weiter nach Bangkok, wo ich am späten Nachmittag lande.