Eigentlich war mein Ziel für den Oktober 2026 längst geplant: Von Bangkok aus wollte ich Pakistan bereisen. Da das Land touristisch kaum erschlossen ist, gibt es kaum Reiseführer. Einen besitze ich jedoch schon seit Jahren: Backpacking in Pakistan . Mit dessen Hilfe war meine Reise bereits fix und fertig geplant.
Gut 14 Tage vor dem geplantem Reisebeginn habe ich mein Visum online beantragt und dafür rund 50 Euro bezahlt. Die übliche Bearbeitungszeit soll bei fünf bis zehn Tagen liegen. Leider war das Visum aber auch nach zwei Wochen noch nicht ausgestellt. Da ich nicht wusste, wann oder ob es überhaupt noch kommen würde, entschloss ich mich kurzfristig, meine Reisepläne zu ändern und stattdessen nach Nordvietnam zu fliegen.
In Südostasien ist im Oktober vielerorts noch Monsunzeit, sodass einige andere eigentlich interessante Reiseziele mit reichlich Regen bedacht sind. Nordvietnam gehört dagegen zu den Regionen, die sich für eine Reise zu dieser Jahreszeit vergleichsweise gut eignen. Nach meinem Flug von Bangkok nach Hanoi ging es dann von Hải Phòng und der Insel Cát Bà mit ihren beeindruckenden Karstlandschaften weiter zum spektakulären Hà-Giang-Loop durch die Bergwelt nahe der chinesischen Grenze. Anschließend erkundete ich die Karstlandschaft von Ninh Bình mit ihren Höhlen, Tempeln und Pagoden, bevor ich mit dem Nachtzug entlang der Küste nach Đà Nẵng weiterfuhr. In Zentralvietnam entdeckte ich mit dem E-Scooter die Küstenregion, die historische Altstadt von Hội An und die Tempelanlage Mỹ Sơn, bevor ich nach knapp drei abwechslungsreichen Wochen nach Bangkok zurückkehrte.
Heute Morgen ging es von Bangkok Don Mueang mit AirAsia nach Hanoi. Mein eigentliches Ziel für die nächsten Tage ist allerdings Hải Phòng, eine Hafenstadt etwa 100 Kilometer östlich von Hanoi.
Am Flughafen Hanoi wollte ich eigentlich direkt einen Bus nach Hải Phòng nehmen. Ich hatte gelesen, dass es dort entsprechende Verbindungen geben soll. Allerdings war davon bei meiner Ankunft überhaupt nichts zu sehen: keine Hinweise, keine Informationen und auch kein Bus, den ich hätte zuordnen können. Das war schon etwas seltsam – so etwas habe ich an einem internationalen Flughafen bisher tatsächlich noch nicht erlebt.
Also nahm ich zunächst einen Flughafenbus in Richtung Stadt. Der Fahrer ließ mich schließlich an einem sogenannten „Long Distance Bus Terminal“ aussteigen. Nur: Ein entsprechender Busbahnhof war dort ebenfalls nicht zu finden. Ich fragte mich deshalb erst einmal durch und landete schließlich bei einem Büro eines Busunternehmens, das regelmäßig mit Kleinbussen nach Hải Phòng fährt.
Der nächste Bus sollte bereits 20 Minuten später abfahren. Wobei „Kleinbus“ eigentlich nicht ganz zutrifft: Es war ein Fahrzeug mit nur etwa neun Sitzen, dafür aber mit richtigen Luxussitzen, die eher an die Business Class im Flugzeug erinnerten. Die Fahrt von Hanoi nach Hải Phòng dauerte ungefähr anderthalb Stunden und war dadurch ausgesprochen angenehm.
Noch praktischer: Das Büro der Busgesellschaft, an dem wir in Hải Phòng ankamen, lag tatsächlich schräg gegenüber von meinem Hotel. Viel besser hätte es kaum laufen können.
Mein Hotel ist ein Apartmenthaus mitten im Zentrum. Ich habe eine überraschend große Wohnung mit zwei Schlafzimmern, einer Küche und gleich zwei Badezimmern. Alles ist sehr sauber und macht einen richtig guten Eindruck. Auch ein Frühstück ist inklusive – darauf bin ich morgen schon gespannt.
Nachdem ich mich erst einmal eingerichtet und etwas ausgeruht hatte, bin ich gegen Abend noch zu einem Spaziergang durch das Viertel aufgebrochen. Dabei fiel mir sofort auf, wie viele Cafés es hier gibt. Gefühlt reiht sich eines an das nächste. Ebenso auffällig: Fast jeder zweite Laden scheint ein Bánh-Mì-Laden zu sein.
Bánh Mì ist eines der bekanntesten vietnamesischen Gerichte: ein knuspriges Baguette, das meist mit verschiedenen Fleischsorten, Pastete, eingelegtem Gemüse, Kräutern und einer würzigen Sauce gefüllt wird. Die französische Kolonialzeit hat dabei deutliche Spuren hinterlassen – das Baguette wurde in Vietnam zu einem ganz eigenen Streetfood-Klassiker weiterentwickelt.
Frühlingsrollen oder die berühmte Phở-Suppe habe ich dagegen bisher tatsächlich noch nirgendwo gesehen. Bánh Mì dafür wirklich an jeder Ecke. Also habe ich mir kurzerhand selbst welche gekauft und anschließend einen gemütlichen Fernsehabend in meinem neuen Apartment gemacht. Damit war der erste Reisetag auch schon ziemlich entspannt beendet.
Nach dem Frühstück bin ich heute Morgen zu Fuß zum nicht weit entfernten Hai Phong Museum gegangen. Interessanterweise ist der Eintritt kostenlos. Das Museum ist sehr ordentlich und erstaunlich ausführlich gestaltet und vermittelt einen guten Überblick über die Geschichte der Stadt und der gesamten Region Nordvietnams – von den frühen historischen Epochen bis in die Gegenwart. Besonders ausführlich wird natürlich die Entwicklung Hai Phongs zur wichtigen Hafenstadt dargestellt. Der Hafen ist bis heute einer der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte Vietnams und das Tor für den Handel mit dem Norden des Landes.
Auch die jüngere Geschichte und die Moderne werden im Museum behandelt, unter anderem die Entwicklung der Luftfahrt und der Fluggesellschaften. Dabei musste ich feststellen, dass meine gestrige Vorstellung gar nicht stimmte: Hai Phong hat tatsächlich einen eigenen Flughafen, den internationalen Flughafen Cat Bi, der inzwischen auch zahlreiche internationale Verbindungen anbietet.
Vom Museum bin ich anschließend weiter zu Fuß gegangen und kam dabei an der großen Statue der Generalin Lê Chân vorbei. Sie gehört zu den wichtigsten historischen Persönlichkeiten der Stadt. Lê Chân war eine Generalin im Aufstand der Schwestern Trưng gegen die chinesische Herrschaft im 1. Jahrhundert. Der Überlieferung nach gründete sie hier eine Siedlung namens An Biên – aus der sich später das heutige Hai Phong entwickelte.
Direkt anschließend besuchte ich den Nghè-Tempel, der Lê Chân gewidmet ist. Der Tempel war ausgesprochen schön und mit seinen traditionellen Gebäuden, geschnitzten Steinarbeiten und der reich geschmückten Haupthalle sehr interessant. Im Inneren befindet sich die Statue der Generalin auf einem Thron. Der Tempel gilt heute als bedeutendes historisches und kulturelles Denkmal Hai Phongs.
Am Nachmittag fuhr ich dann zur Du-Hang-Pagode. Auch diese Anlage hat mir sehr gut gefallen. Sie gehört zu den ältesten buddhistischen Stätten Hai Phongs; ihre Geschichte reicht nach den erhaltenen Inschriften bis in die frühe Lê-Dynastie um die Jahre 980 bis 1009 zurück. Später bestand außerdem eine Verbindung zur Trúc-Lâm-Zen-Tradition, die mit König Trần Nhân Tông verbunden ist. Die Pagode wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und restauriert und besitzt heute unter anderem einen schönen Glockenturm, einen ruhigen Garten mit Stupas sowie zahlreiche alte Buddha-Statuen und kunstvolle Holzschnitzereien.
Von dort bin ich anschließend zu Fuß zurück durch die inzwischen sehr quirligen Straßen von Hai Phong gelaufen. Zum Abschluss ging es noch einmal rund um den Tam-Bac-See, der mitten im Stadtzentrum liegt. Dabei ist der See eigentlich ein interessantes Stück Stadtgeschichte: Ursprünglich befand sich hier ein natürlicher Wasserlauf, der während der französischen Kolonialzeit ausgebaut und begradigt wurde. Später wurde ein Teil des Flusslaufs abgetrennt und zum heutigen Tam-Bac-See umgestaltet.
Heute ist der See eine Art grüne Oase mitten in der Stadt. Rundherum sind Spazierwege angelegt, und gerade am späten Nachmittag sind viele Menschen unterwegs. Nach meiner Runde habe ich mich noch auf einen Kaffee hingesetzt und damit war das Programm für heute auch schon komplett.
Heute ging es gegen 11 Uhr in Hải Phòng los – und zwar mit dem öffentlichen Bus Nummer 16. Der fuhr zunächst einmal quer durch die Stadt und anschließend durch das vorgelagerte neue Industriegebiet. Dabei ging es direkt am riesigen Containerhafen vorbei bis nach Cát Hải.
Mein eigentliches Ziel war die Seilbahn von Cát Hải hinüber auf die Insel Cát Bà. Die knapp vier Kilometer lange Strecke führt nach Phù Long und bietet normalerweise einen schönen Blick aus der Höhe auf die Meerenge zwischen den Inseln. Die Fahrt dauert nur etwa zehn Minuten. Besonders interessant: Einer der Seilbahnmasten ist 214,8 Meter hoch und gilt laut Guinness World Records als der höchste Seilbahnmast der Welt.
Nur leider fuhr die Seilbahn heute überhaupt nicht. Warum, ließ sich nicht herausfinden – es gab keinerlei Informationen darüber, ob sie nur heute außer Betrieb war oder grundsätzlich nicht fuhr. Offenbar wusste der Busfahrer davon und setzte mich deshalb kurzerhand etwa einen Kilometer weiter am Fährhafen ab.
Dort lief es dann völlig problemlos: Etwa alle halbe Stunde fährt eine Autofähre von Cát Hải nach Cát Bà, und als ich ankam, warteten dort bereits einige andere Touristen. Die Fähre kam auch prompt und brachte uns in ungefähr 20 Minuten ganz ruhig auf die andere Seite nach Cát Bà.
Auf Cát Bà wartete bereits der nächste öffentliche Bus. Mit dem ging es dann noch etwa 40 Minuten weiter bis nach Cát Bà Town, dem Hauptort der Insel. Dort bezog ich mein Hotel für die nächsten Tage: das Family Home Cát Bà. Das Zimmer ist ziemlich geräumig und hat sogar einen Balkon. Es ist sicherlich nichts Außergewöhnliches, aber sehr schön – und der Preis ist wirklich erstaunlich: gerade einmal 18 Euro für die Nacht. Darin enthalten sind nicht nur das Frühstück, sondern sogar ein gemeinsames Abendessen mit den anderen Hotelgästen.
Dieses Abendessen wurde um 19 Uhr im Restaurant im elften Stock serviert. Es gab Suppe, Fisch, Frühlingsrollen, etwas Salat und Erdnüsse. Mit mir saßen noch etwa sieben weitere Gäste am Tisch, und die waren allesamt sehr nett. Sie kamen aus Frankreich, Deutschland, Südkorea und Spanien.
So ergab sich ganz automatisch ein netter Austausch darüber, was man auf Cát Bà unternehmen kann, wer schon welche Ausflüge gemacht hat und wie man überhaupt so unterwegs ist. Es ging natürlich viel um Backpacking und Reisen – und obwohl das gemeinsame Abendessen relativ kurz war, war es eine ausgesprochen angenehme Runde.
Vor dem Abendessen war ich außerdem noch am Strand Nummer 1, der direkt vor Cát Bà Town in einem neu entstandenen beziehungsweise noch im Ausbau befindlichen Neubaugebiet liegt. Der Strand ist tatsächlich ein schöner Sandstrand und bietet einen tollen Blick auf die für die Region typischen Karstberge, die verstreut aus dem Meer ragen. Dort konnte ich schließlich noch einen wirklich schönen Sonnenuntergang erleben – ein sehr stimmungsvoller Abschluss meines ersten Tages auf Cát Bà.
Heute stand ein ganztägiger Bootsausflug durch die Cát-Bà-Bucht auf dem Programm. Um 8:30 Uhr wurde ich direkt an meinem Hotel von einem Bus abgeholt. Dabei war auch ein netter Holländer, der im selben Hotel wohnt und zufällig ebenfalls die gleiche Bootstour gebucht hatte. Es ging zum Hafen, der nur etwa zehn Minuten Fahrzeit entfernt liegt.
Dort wartete bereits unser wirklich schönes, dreistöckiges Schiff. Alles machte einen sehr hochwertigen Eindruck, war ausgesprochen sauber und bestens organisiert. Das Schiff ist eigentlich für rund 50 Gäste ausgelegt, heute waren wir allerdings nur 15 Teilnehmer. Dadurch hatten wir reichlich Platz und konnten die Fahrt ganz entspannt genießen. An Bord kamen wir unter anderem mit einem Ehepaar aus Köln ins Gespräch, sodass auch die übrige Gesellschaft sehr angenehm war. Die vietnamesischen Reiseleiter erklärten uns während der Fahrt auf Englisch alles Wissenswerte über die Bucht und die Umgebung.
Dann ging es hinaus in die beeindruckende Inselwelt. Die Cát-Bà-Bucht gehört zum weitläufigen Gebiet der Lan-Ha-Bucht, das südlich an die berühmte Halong-Bucht anschließt. Die Landschaft ist von Hunderten bewaldeten Kalksteininseln und bizarren Karstfelsen geprägt, die steil aus dem Meer aufragen. Geologisch gehören diese Formationen zu einer über Millionen Jahre entstandenen Karstlandschaft, die durch die Auflösung des Kalksteins und die Einwirkung von Wasser geformt wurde. Die gesamte Region zählt zu den spektakulärsten Naturlandschaften Vietnams und ist Teil des UNESCO-Welterbes der Halong-Bucht und des Cát-Bà-Archipels.
Besonders angenehm fand ich, dass hier deutlich weniger Schiffe und Touristen unterwegs waren als in der benachbarten, weltberühmten Halong-Bucht. Die Landschaft ist mindestens genauso reizvoll, aber man kann sie wesentlich ruhiger erleben. Immer wieder fuhren wir an den markanten Felsen vorbei, die überall aus dem Wasser ragen und der Bucht ihr unverwechselbares Aussehen verleihen. Am Himmel flogen Schwarzmilane auf der Jagd nach Futter.
Gegen 12 Uhr erreichten wir einen geeigneten Ausgangspunkt für unseren nächsten Programmpunkt: Wir stiegen vom großen Schiff in Kajaks um, wobei jeweils zwei Personen ein Kajak erhielten. Anschließend erkundeten wir ungefähr eine Stunde lang die Umgebung auf eigene Faust. Das war ein wirklich tolles Erlebnis! Wir paddelten durch schmale Durchfahrten und sogar unter Felsformationen hindurch, die sich als Höhlen erwiesen. Auf der anderen Seite öffnete sich plötzlich eine ruhige, von Felsen umschlossene Lagune, die wir auf dem Wasserweg erreichten. Danach ging es durch eine weitere Höhle wieder zurück. Diese Kombination aus Paddeln, Höhlendurchfahrten und versteckten Wasserflächen war ausgesprochen abwechslungsreich. Gleichzeitig war die Strecke körperlich gut zu bewältigen und keineswegs übermäßig anstrengend.
Zurück an Bord wartete bereits ein ausgezeichnetes Mittagessen auf uns. Danach setzten wir unsere Bootsfahrt durch die Inselwelt fort und konnten die Landschaft vom Schiff aus in aller Ruhe genießen. Am Nachmittag wurde nochmals geankert, sodass die Gäste direkt vom Boot aus schwimmen gehen konnten. Ich entschied mich allerdings dafür, an Bord zu bleiben und stattdessen die herrliche Umgebung zu beobachten.
Gegen 17 Uhr erreichten wir wieder Cát Bà Town. Von dort wurden wir mit dem Bus zurück zu unseren jeweiligen Hotels gebracht.
Heute Morgen um 10 Uhr habe ich mir direkt schräg gegenüber von meinem Hotel einen E-Scooter ausgeliehen. Das ging schnell und unkompliziert, und der Scooter fuhr sich auch ziemlich gut. Gegenüber einem Motorrad hat das für mich den Vorteil, dass ich keinen internationalen Motorradführerschein dabeihaben muss.
Meine erste Station war die Hospital Cave, eine während des Vietnamkriegs als geschütztes unterirdisches Krankenhaus ausgebaute Höhle. Leider standen dort bereits fünf andere Reisende vor der verschlossenen Tür. Niemand war da, um sie zu öffnen, und auch im Restaurant gegenüber konnte uns keiner erklären, wie eine Besichtigung möglich wäre. Also fuhr ich weiter zur Trung Trang Cave. Dort kaufte ich ein Ticket, das gleichzeitig für den anschließenden Nationalpark galt.
Die Höhle war sehr beeindruckend, und ich konnte sie ganz allein durchwandern. Zwischen den Felsformationen und Tropfsteinen ging es durch das Innere des Berges, bis ich auf der anderen Seite wieder herauskam. Anschließend musste ich einige Minuten an der Straße zurück zum Haupteingang laufen.
Nur zwei Kilometer weiter begann der Cát-Bà-Nationalpark. Dort machte ich mich auf den Weg zum Aussichtspunkt Ngu Lam Peak. Der Aufstieg dauerte knapp eine Stunde. Unterwegs traf ich den Holländer aus meinem Hotel wieder, mit dem ich gestern schon bei der Bootsfahrt gewesen war, außerdem ein Ehepaar aus Südafrika und einen Iren. Gemeinsam liefen wir weiter nach oben. Der Weg wurde stellenweise ziemlich anspruchsvoll, war aber schön naturbelassen und dschungelmäßig. Oben angekommen, genoss ich die Aussicht über die dicht bewaldeten Karstberge. Danach verschnaufte ich ein wenig und stieg allein wieder hinunter.
Weiter ging es in Richtung Gia Luận. Unterwegs machte ich in einem schönen Gartenrestaurant Mittagspause und aß gebratene Nudeln. Anschließend besuchte ich noch eine Pagode, die über einen langen, sehr schönen Holzsteg erreichbar war: Der Tempel Thien Quoc Mau ist für die Bewohner von Gia Luận weit mehr als ein religiöser Ort. Bevor sie zum Fischfang aufs Meer hinausfahren, kommen sie hierher, um zu beten und um gutes Wetter, einen erfolgreichen Fang und eine sichere Rückkehr zu bitten. Eingebettet zwischen bewaldeten Hängen und steilen Felsen strahlt der kleine Tempel eine besondere Ruhe und Friedlichkeit aus. Sowohl der Steg als auch die Pagode selbst gefielen mir ausgesprochen gut. Am Hafen von Gia Luận machte ich einige Fotos und trat dann über eine andere Strecke den Rückweg an.
Zunächst kam ich am Fähranleger vorbei, an dem ich bei meiner Anreise auf Cat Ba angekommen war. Direkt daneben liegt die Seilbahnstation. Da die Seilbahn bei meiner Ankunft nicht gefahren war, wollte ich wissen, wann sie in Betrieb ist. Dabei stellte ich fest, dass sie offenbar nur einige Male am Tag für jeweils etwa 15 Minuten fährt und anschließend wieder abgeschaltet wird. Welchen Sinn das hat, ist mir ein Rätsel – schließlich hängen die Gondeln entlang der gesamten Strecke.
Danach fuhr ich zurück zum Hotel und ruhte mich kurz aus. Später ging es noch zum Cat Co 1 Beach und anschließend zum Strand beim Cat Ba Sea Garden, wo ich den Sonnenuntergang über dem Meer und den vorgelagerten Karstbergen genoss.
Um 19 Uhr nahm ich schließlich am gemeinsamen Abendessen für die Hotelgäste teil und tauschte mich noch mit einigen anderen Reisenden aus.
Heute Morgen wurde ich um 8:30 Uhr am Hotel abgeholt. Statt eines gewöhnlichen Busses hatte ich diesmal einen Limousinenservice gebucht. Dieser ist in Vietnam weit verbreitet und besonders praktisch: Man wird am Hotel abgeholt und direkt zur nächsten Unterkunft gebracht. Das kostet nur wenig mehr als eine normale Busfahrt, erspart einem aber den Weg zu den Busstationen.
Zunächst sammelte der Fahrer weitere Fahrgäste ein und brachte uns zur Seilbahnstation auf Cát Bà. Von allen Mitreisenden war ich der Einzige, der für die Überfahrt aufs Festland nicht das Schnellboot, sondern die Seilbahn gewählt hatte. Gestern hatte ich herausgefunden, dass diese mehrmals täglich für jeweils etwa 15 Minuten in Betrieb genommen wird. Die Fahrt konnte ich direkt zusammen mit dem Transfer buchen.
Die Station ist sehr modern und für deutlich größere Besuchermengen ausgelegt. Tatsächlich warteten nur ungefähr 20 Personen dort, und zwar eine vietnamesische Touristengruppe. Um 10 Uhr wurde die Seilbahn eingeschaltet, und ich durfte als Erster in eine Gondel steigen. Die Anlage stammt vom österreichischen Unternehmen Doppelmayr. Die großen Gondeln bieten Platz für 30 Personen – ich hatte eine ganz für mich allein!
Die Überfahrt dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Besonders beeindruckend ist der mittlere Seilbahnpfeiler, der mit 214,8 Metern als höchster Seilbahnpfeiler der Welt gilt. Der Ausblick ist ebenfalls sehenswert: Hinter einem liegen die markanten Karstberge und Buchten der Insel Cat Ba, während sich in Fahrtrichtung der große Containerhafen von Hai Phong zeigt. So erlebt man gleichzeitig die eindrucksvolle Natur Nordvietnams und die wirtschaftliche Bedeutung der Hafenregion.
Auf der Festlandseite wartete bereits mein Transfer. Der sogenannte Limousinenservice besteht aus einem Kleinbus mit acht großzügigen Sitzen im Stil der Business Class. Sehr komfortabel ging es über die Autobahn in rund anderthalb Stunden direkt nach Hanoi, wo ich an meinem Gästehaus abgesetzt wurde.
In Hanoi gibt es eine große Auswahl an Hotels. Ich habe mich bewusst für ein kleines Gästehaus in der Altstadt entschieden, denn die Lage ist mir besonders wichtig. So bin ich mitten im Geschehen und kann das historische Zentrum bequem zu Fuß erkunden.
Am Nachmittag bezog ich mein Zimmer. Es ist zwar nicht besonders groß oder komfortabel, liegt aber sehr zentral, direkt in der Nähe der St. Joseph Kathedrale und vor allem in einer kleinen, engen Gasse. Das ist in Hanoi ein echter Vorteil, denn gerade in der Altstadt herrscht auf den ohnehin schmalen Straßen enorm viel Verkehr, begleitet von ständigem Gehupe und Lärm – und das gefühlt rund um die Uhr. Für umgerechnet etwa 20 Euro pro Nacht ist die Unterkunft daher völlig in Ordnung.
Anschließend machte ich mich gleich auf den Weg, gab meine Wäsche in einem Waschsalon ab und konnte sie bereits drei Stunden später gewaschen und getrocknet wieder abholen. Danach spazierte ich einmal um den Hoan-Kiem-See, einen der bekanntesten Orte im Zentrum Hanois. Besonders am Wochenende ist es hier schön, denn dann werden die Straßen rund um den See und einige angrenzende Straßen für den Autoverkehr gesperrt. Es entsteht eine große Fußgängerzone mit kleinen Verkaufsständen, Straßenkünstlern und einer großen Bühne, auf der verschiedene Vorstellungen stattfinden.
Anschließend ging ich zur berühmten Train Street. Hier befinden sich links und rechts der Eisenbahnschienen zahlreiche kleine Cafés und Kneipen, deren Gäste unmittelbar neben den Gleisen sitzen. Wenn ein Zug durchfährt, wird es tatsächlich extrem eng: Die Menschen müssen dicht an die Häuser rücken, während sich der Zug in unmittelbarer Nähe vorbeischiebt. Das Phänomen ist in den vergangenen Jahren vor allem durch soziale Medien international bekannt geworden. Als ich dort war, fuhr gerade kein Zug, aber es war trotzdem interessant zu sehen, wie sich diese ungewöhnliche Touristenattraktion entwickelt hat.
Danach gönnte ich mir ein paar vietnamesische Frühlingsrollen und kehrte gegen Abend noch einmal zum Hoan-Kiem-See zurück. Im Dunkeln ist die Umgebung wunderbar beleuchtet, und jetzt waren noch einmal deutlich mehr Menschen unterwegs. Viele spazierten am Ufer entlang, trafen sich mit Freunden oder genossen einfach die Atmosphäre. Zum Abschluss probierte ich noch ein paar weitere vietnamesische Kleinigkeiten, bevor ich mich auf den Rückweg zu meinem Gästehaus machte.
Heute Morgen habe ich um 8:30 Uhr das Hotel verlassen und mich auf den Weg zum Abfahrtsort des Busses gemacht, der laut Ticket um 9 Uhr nach Ha Giang im Norden Vietnams fahren sollte. Um zehn vor neun erhielt ich dann allerdings eine WhatsApp-Nachricht mit der Information, dass mich gleich ein Motorradfahrer abholen und zum tatsächlichen Busbahnhof bringen würde. Das klappte auch problemlos. Gegen 9:30 Uhr kam ich irgendwo am Stadtrand von Hanoi an, wo der Bus bereits wartete.
Der Bus war durchaus interessant: Es handelte sich um einen sogenannten "Sleeper Bus", wie er in Vietnam und anderen Ländern Südostasiens vor allem für längere Überlandfahrten eingesetzt wird. Links und rechts gab es jeweils zwei übereinanderliegende Reihen mit einzelnen Liegekabinen. Jede Kabine war mit einer Art Bett, einem Kissen und einer Decke ausgestattet und ließ sich mit einem Vorhang verschließen. So hatte jeder Fahrgast seinen eigenen kleinen, abgeschirmten Bereich. Für eine Nachtfahrt ist das sicherlich eine bequeme Lösung, zumal man sich während der Fahrt hinlegen und ungestört schlafen kann. Für die heutige Tagesfahrt war die Konstruktion allerdings weniger ideal: Die Kabinen waren so niedrig, dass man sich nicht einmal richtig aufrecht hinsetzen konnte.
Obwohl die Abfahrt für 9 Uhr vorgesehen war, setzte sich der Bus schließlich erst gegen 10:30 Uhr in Bewegung. Die Fahrt nach Ha Giang sollte ungefähr fünfeinhalb Stunden dauern. Nach etwa drei Stunden legten wir eine halbstündige Pause an einer Raststätte direkt an der Landstraße ein. Dort reihte sich ein Lokal an das nächste. Solche Haltepunkte sind auf den vietnamesischen Überlandstrecken weit verbreitet: Die Busfahrer und andere Beschäftigte können hier essen, während die Reisenden die Gelegenheit nutzen, sich zu stärken.
Anschließend ging es weiter in Richtung Norden und allmählich hinein in die bergigere Landschaft. Ha Giang liegt nahe der chinesischen Grenze und ist das Tor zu einer der landschaftlich spektakulärsten Regionen Vietnams. Während rund um Hanoi noch das dicht besiedelte und wirtschaftlich stark entwickelte Delta des Roten Flusses das Landschaftsbild prägt, wird das Gelände weiter nördlich zunehmend hügelig und schließlich gebirgig. Die Region Ha Giang ist bekannt für ihre steilen Berghänge, tief eingeschnittenen Täler, kurvenreichen Straßen und abgelegenen Dörfer. Besonders eindrucksvoll sind die Karstlandschaften weiter im Norden, in denen über Millionen Jahre aus Kalkstein bizarre Felsformationen, schroffe Gipfel und enge Täler entstanden sind.
Gegen 16:30 Uhr erreichten wir schließlich Ha Giang. Von der Busstation ließ ich mich zu meinem Resort bringen, das etwas außerhalb der Stadt am Rand der Berge liegt. Die Lage ist ausgesprochen angenehm, und besonders erfreulich war der große Swimmingpool. Nach der langen Busfahrt nutzte ich die Gelegenheit, mich erst einmal im Wasser zu erfrischen und ein wenig zu entspannen.
Anschließend kümmerte ich mich bereits um die weitere Reiseplanung und buchte direkt bei der Besitzerin des Resorts mein Programm für die kommenden Tage. Auf dem Plan steht der berühmte "Ha Giang Loop" - eine mehrtägige Rundfahrt durch die Bergwelt im äußersten Norden Vietnams. Die Strecke führt durch einige der abgelegensten und landschaftlich eindrucksvollsten Gebiete des Landes. Besonders bekannt ist das Gebiet rund um den Dong-Van-Karstplateau-Geopark, der wegen seiner außergewöhnlichen Kalksteinformationen und seiner geologischen Bedeutung von der UNESCO als Globaler Geopark anerkannt wurde. Neben spektakulären Bergstraßen erwarten einen dort kleine Dörfer, traditionelle Häuser und die Lebensweise verschiedener ethnischer Minderheiten, die diese Region seit Generationen bewohnen.
Nach dem Frühstück ging es heute Morgen gegen 8:30 Uhr von meiner Unterkunft aus direkt los. Mein Motorradfahrer wartete bereits auf mich. Ich bin als Sozius unterwegs und sitze hinten auf seinem Motorrad. Mein Gepäck wurde in einer Plastiktüte verstaut, damit es während der Fahrt nicht zu staubig wird, und anschließend am Motorrad festgebunden. Meinen großen Reiserucksack habe ich zurückgelassen und bin nur mit einem kleineren Rucksack unterwegs, in dem ich alles für die nächsten vier Tage dabei habe.
Zunächst fuhren wir zu einem Gästehaus in der Stadt, wo die sechs anderen Mitreisenden hinzukamen. Jeder hat seinen eigenen Fahrer mit eigenem Motorrad. Die Gruppe besteht aus drei Jungs aus Schweden und drei Mädchen aus Spanien. Zusammen sind wir also sieben Reisende, die in einer Kolonne unterwegs sind. Mein Fahrer und ich bilden meistens das Schlusslicht, was mir ganz recht ist.
Anschließend ging es den ganzen Tag mit dem Motorrad von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Glücklicherweise legten wir immer wieder Pausen ein, um uns die Beine zu vertreten und die Landschaft zu genießen. Denn mehrere Stunden hinten auf dem Motorrad zu sitzen, ist durchaus anstrengend. Außerdem führt die Strecke ständig bergauf und bergab, von den Bergen hinunter in die Täler und wieder hinauf. Wir bewegten uns dabei auf Höhen von bis zu etwa 1.200 Metern.
Unser erster Höhepunkt war das "Heaven Gate" bei Quản Bạ, ein bekannter Aussichtspunkt mit Blick auf das Tal von Tam Sơn und die berühmten Zwillingsberge, deren Form an weibliche Brüste erinnert. Von dort ging es weiter durch das Song-Lo-Tal, dessen Landschaft von grünen Berghängen, Flüssen und kleinen Siedlungen geprägt ist.
Besonders eindrucksvoll ist der Ma Pi Leng Pass, einer der berühmtesten Gebirgspässe Vietnams. Die Straße schlängelt sich an steilen Kalksteinwänden entlang, während tief unterhalb der türkisgrüne Nho-Quế-Fluss durch eine enge Schlucht fließt. Der Pass liegt im UNESCO Global Geopark Đồng Văn, dessen außergewöhnliche Karstlandschaft über Millionen Jahre entstanden ist. Die Straße wurde zwischen 1959 und 1965 unter großen Anstrengungen gebaut und erschloss diese abgelegene Grenzregion erheblich besser.
Ein weiterer Halt war der "Hmong Kings Palace" im Sa-Phìn-Tal. Der rund 100 Jahre alte Gebäudekomplex war einst der Sitz der einflussreichen Familie Vương, deren Oberhaupt als „Hmong-König“ bekannt wurde. Die Anlage verbindet traditionelle Hmong-Architektur mit chinesischen und französischen Einflüssen und erinnert an die bewegte Geschichte der ethnischen Minderheiten im Norden Vietnams während der französischen Kolonialzeit.
Die gesamte Region nahe der chinesischen Grenze ist landschaftlich ausgesprochen reizvoll und kulturell vielfältig. Hier leben unter anderem Hmong, Dao, Tay und Nung, die ihre eigenen Traditionen und Lebensweisen bewahrt haben. Immer wieder eröffnen sich unterwegs neue Ausblicke auf schroffe Kalksteinberge, kleine Dörfer und landwirtschaftlich genutzte Hänge.
Gegen 17 Uhr erreichten wir schließlich unsere Unterkunft in Đồng Văn. Das Städtchen liegt mitten im Karstplateau und ist ein guter Ausgangspunkt für die weitere Erkundung der Region.
Das Mittag- und Abendessen nahmen wir gemeinsam ein; beide Mahlzeiten sind ebenso wie die übrige Organisation in der Tour enthalten, die bis Freitagnachmittag dauert. Insgesamt ist alles gut organisiert, sodass wir uns um die einzelnen Etappen und die Verpflegung nicht selbst kümmern müssen.
Am Abend saßen wir noch gemütlich mit der Gruppe zusammen, unterhielten uns angeregt und tranken gemeinsam ein Bier. Mit den Schweden und Spanierinnen ist die Stimmung ausgesprochen angenehm.
Der zweite Tag auf dem Ha-Giang-Loop führte heute von Đồng Văn nach Du Già. Um 8:30 Uhr fuhren wir los und waren den ganzen Tag unterwegs. Die Strecke gehört zu den landschaftlich spektakulärsten Abschnitten im Norden Vietnams: Sie führt durch ein zerklüftetes Bergland mit steilen Felswänden, tief eingeschnittenen Tälern und kleinen Dörfern, in denen Angehörige verschiedener ethnischer Minderheiten leben.
Ein Höhepunkt war der Mã Pí Lèng Pass, einer der berühmtesten Gebirgspässe Vietnams. Am Aussichtspunkt Mã Pí Lèng Panorama hat man einen beeindruckenden Blick auf die steil abfallenden Felsflanken und den tief unten verlaufenden Nho-Quế-Fluss. Dieser hat sich über Millionen Jahre in das Kalksteingebirge eingegraben und bildet zusammen mit dem Tu-Sản-Canyon eine spektakuläre Landschaft. Die Schlucht gilt als eine der tiefsten ihrer Art in Südostasien. An den verschiedenen Aussichtspunkten entlang der Strecke gibt es kleine Cafés und Rastplätze, an denen man die Aussicht genießen und Fotos machen kann.
Am späteren Vormittag hielten wir an einem Wasserkraftwerk, an dessen aufgestautem Fluss eine etwa halbstündige Bootsfahrt angeboten wird. Vom Anleger aus fährt man mit einem kleinen Boot in die enge Schlucht des Nho-Quế-Flusses hinein und anschließend wieder zurück. Die steilen Felswände ragen links und rechts hoch auf, während das grünliche Wasser durch das schmale Tal fließt. Das war wirklich sehr beeindruckend.
Allerdings wurde mir dabei auch deutlich, wie beliebt der Ha-Giang-Loop inzwischen ist. Am Bootsanleger standen bestimmt 250 Motorräder, und die meisten Besucher absolvieren mehr oder weniger dasselbe Programm. Auch an den Aussichtspunkten herrscht reger Betrieb. Dort gibt es zwar jeweils mehrere Cafés, trotzdem stehen manchmal 20 bis 30 Motorräder davor. Von menschenleeren Bergstraßen und einsamen Aussichtspunkten kann man auf dieser Route also nicht unbedingt sprechen.
Die meisten Reisenden sind mit einem sogenannten Easy Rider unterwegs. Dabei sitzt man als Gast hinten auf dem Motorrad, während ein einheimischer Fahrer die gesamte Strecke übernimmt. Nur wenige fahren selbst, und einige wenige Gruppen nutzen Jeeps oder Autos. Ich bin jedenfalls froh, hinten auf dem Motorrad mitzufahren. Die Straßen sind teilweise sehr schmal, kurvenreich und steil, und es geht immer wieder direkt an tiefen Abhängen entlang. Wer selbst fährt, sollte unbedingt Erfahrung mit Motorrädern im Gebirge haben und möglichst auch mit solchen Straßen vertraut sein. Allein bei dem Gedanken, die Strecke selbst fahren zu müssen, hätte ich insbesondere in manchen Kurven ein etwas mulmiges Gefühl. Außerdem würde ich vermutlich deutlich langsamer fahren als unser Fahrer.
Um 14 Uhr machten wir Mittagspause in einem der größeren Lokale, die von den zahlreichen Easy-Rider-Gruppen regelmäßig angesteuert werden. Diese Restaurants bestehen meist aus großen Hallen mit zehn bis zwanzig runden Tischen, an denen jeweils ungefähr zehn Personen Platz finden. In der Mitte befindet sich eine drehbare Glasplatte, auf der die verschiedenen Gerichte serviert werden. So kann jeder die Teller bequem zu sich drehen und von allem probieren. Das Mittag- und Abendessen ist hier wirklich sehr gut und abwechslungsreich. Nur das Frühstück fällt eher übersichtlich aus, und der schreckliche lösliche Kaffee ist überhaupt nicht mein Geschmack.
Am Nachmittag ging es weiter durch die beeindruckende Berglandschaft in Richtung Du Già. Zu den weiteren Aussichtspunkten der heutigen Etappe gehört auch das Lũng Hồ Panorama, von dem sich erneut schöne Blicke auf die bewaldeten Berghänge und die tief eingeschnittenen Täler eröffnen. Die Landschaft verändert sich unterwegs immer wieder, und gerade diese Mischung aus schroffen Felsen, grünen Hängen, kurvenreichen Straßen und kleinen Siedlungen macht den besonderen Reiz des Ha-Giang-Loops aus.
Gegen 16:30 Uhr erreichten wir schließlich unser Gästehaus in Du Già. Um 19 Uhr gab es Abendessen, anschließend zogen sich die meisten wieder auf ihre Zimmer zurück oder waren noch anderweitig unterwegs. Gerade für die vielen jungen Rucksacktouristen gibt es entlang des Loops zahlreiche Möglichkeiten, den Abend gesellig zu verbringen und zu feiern.
Heute Morgen sind wir um 9 Uhr in Du Già gestartet. Unser erster Stopp war der Ba Tien Waterfall. Dort besteht die Möglichkeit, im Wasserbecken unterhalb des Wasserfalls zu schwimmen und von den Felsen ins Wasser zu springen. Ich habe allerdings darauf verzichtet, denn der Ort war bereits am Vormittag völlig überlaufen. Als wir gegen 10 Uhr ankamen, standen allein auf dem Parkplatz schon rund 200 Motorräder. Auch landschaftlich konnte mich der Wasserfall nicht besonders überzeugen. Er war relativ klein, und die dazugehörige Lagune fand ich eher langweilig. Kein Vergleich zu den deutlich schöneren Lagunen, die ich bereits an anderen Orten erlebt hatte, beispielsweise in Vang Vieng in Laos. Angesichts der vielen Besucher hielt sich meine Begeisterung für ein Bad ohnehin in Grenzen.
Anschließend fuhren wir auf einer landschaftlich wunderschönen, aber durchaus anspruchsvollen Strecke hoch hinauf in die Berge. Die Straße verlief direkt am Berghang entlang und war tatsächlich nur etwa einen halben Meter breit. Trotzdem kam uns Gegenverkehr entgegen, während es auf der linken Seite steil hinunter ins Tal ging. Wir bewegten uns an diesem Tag in Höhenlagen zwischen etwa 800 und 1.000 Metern. Bei solchen Straßenverhältnissen war wirklich großes Vertrauen in den Fahrer gefragt. Ich hatte dieses Vertrauen tatsächlich, und er meisterte die schwierige Strecke ausgesprochen souverän. Gerade auf dem Ha Giang Loop, dessen Straßen häufig schmal, kurvenreich und steil sind, zeigt sich, wie wichtig die Erfahrung der lokalen Fahrer ist.
Nach dem Mittagessen wartete ein Erlebnis auf uns, das ich in dieser Form noch nie gemacht hatte. Direkt beim Restaurant befand sich die Ablegestelle für eine Fahrt mit Bambusflößen auf einem grünlich schimmernden Fluss. Die Flöße waren ungefähr fünf Meter lang und zwei Meter breit. Die Flößerinnen und Flößer bewegten und steuerten sie, indem sie sich an Schnüren und Seilen entlanghangelten, die quer über den Fluss gespannt waren. Dadurch ließ sich das Floß relativ einfach vorwärtsbewegen. Diese ungewöhnliche Fortbewegungstechnik fand ich ausgesprochen interessant.
Unser Ziel war die Hang Thầm Lín Höhle am Suối Bản Án Fluss. Dort angekommen, machten wir fest und konnten anschließend hineinschwimmen. Einen Wanderweg oder einen anderen Zugang gab es nicht, sodass wir die Strecke durch das glasklare, allerdings etwas kühle Wasser zurücklegen mussten. Das war wirklich toll und ein ganz besonderes Naturerlebnis. Die Kombination aus der Fahrt auf dem Bambusfloß und dem anschließenden Schwimmen in die Höhle hinein machte diesen Ausflug zu einem der Höhepunkte des Tages.
Danach ging es mit den Motorrädern weiter durch die abwechslungsreiche Berglandschaft, vorbei an Tälern und über weitere Höhenzüge, bis wir einen weiteren Aussichtspunkt erreichten. Dort machten wir eine Pause und tranken einen Kaffee, bevor wir schließlich unsere Unterkunft in Yên Minh anfuhren.
Nach der Ankunft bin ich noch einmal zu Fuß durch den Ort gelaufen. Yên Minh gleicht allerdings eher einem endlos langen Straßendorf als einer Stadt mit einem kompakten Zentrum. Entlang der Hauptstraße reihen sich zahlreiche Geschäfte und kleine Lokale aneinander. So konnte ich mir noch einen Eindruck vom örtlichen Alltag verschaffen.
Der vierte und letzte Tag des Hà-Giang-Loops führte heute von Yên Minh zurück nach Hà Giang. Gegen 9:30 Uhr brachen wir auf und fuhren zunächst durch einen wolkenverhangenen Pass bis zu einem Aussichtspunkt. Die Sicht war heute durch den Dunst und die tief hängenden Wolken deutlich eingeschränkt. Dafür hatte das Wetter auch einen Vorteil: Die Sonne schien nicht heiß vom Himmel, sodass die Fahrt durch die Berglandschaft angenehmer war.
Anschließend besuchten wir die Lung Khuy Cave (Hang Lùng Khúy), eine Tropfsteinhöhle, die zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten der Region zählt. Sie liegt im Gebiet des Dong-Van-Karstplateaus, das für seine bizarren Kalksteinformationen bekannt ist und zum UNESCO Global Geopark gehört. Die Höhle entstand im Kalkstein, der vor mehr als 400 Millionen Jahren in einem urzeitlichen Meer gebildet wurde. Im Inneren haben sich über lange Zeiträume Stalaktiten und Stalagmiten mit ganz unterschiedlichen Formen entwickelt. Die Höhle wurde erst 2015 für Besucher erschlossen und wird wegen ihrer eindrucksvollen Formationen auch als eine der schönsten Höhlen des Karstplateaus bezeichnet.
Zum Mittagessen legten wir im Diep Tiger Restaurant eine Pause ein, bevor wir unsere Fahrt fortsetzten. Ein weiterer Halt war der Ein-Boong-Wasserfall (Thác Ein Boong), der inmitten der bergigen Landschaft liegt. Danach ging es auf der letzten Etappe zurück nach Hà Giang, wo wir gegen 17 Uhr ankamen.
Zurück in Hà Giang erhielt ich in meinem Hotel, in dem ich bereits vor Beginn der Tour übernachtet hatte, meinen dort zurückgelassenen Rucksack wieder. Ich nutzte die Gelegenheit, um noch zu duschen und mich anschließend für die Weiterreise mit dem Nachtbus nach Ninh Bình fertig zu machen.
Nach der gestrigen Abfahrt um 20 Uhr in Hà Giang bin ich heute Morgen um halb vier pünktlich in Ninh Bình angekommen. Der Nachtbus war mit einzelnen Reisekabinen, Betten, Rollos und Vorhängen sehr komfortabel. Allerdings war die erste Hälfte der Fahrt durch die Berge ziemlich holprig, sodass ich nicht besonders gut schlafen konnte. In der zweiten Hälfte wurde es besser.
Für die frühe Ankunft hatte ich ein Hotel direkt an der Haltestelle gebucht. Mit der Rezeption hatte ich telefonisch vereinbart, dass meine Schlüsselkarte an der Rezeption hinterlegt wird. Das funktionierte hervorragend, sodass ich bereits um vier Uhr in einem schönen, sauberen Zimmer im Bett lag.
Um halb neun ging es zum Frühstück und anschließend buchte ich am Bootsanleger die etwa dreistündige „Tam Cốc Discovery Tour“. Da die Boote normalerweise mit mehreren Gästen besetzt werden, bekam ich einen jungen Mann aus Augsburg als Mitfahrer zugeteilt.
Die Fahrt führte durch die eindrucksvolle Karstlandschaft von Tam Cốc mit ihren steilen Kalksteinfelsen, Reisfeldern und Wasserwegen. Die Region wird auch als „Halong-Bucht auf dem Land“ bezeichnet. Zu den Höhepunkten gehörten die drei natürlichen Höhlen Hang Cả, Hang Hai und Hang Ba, die über Jahrtausende durch Wasser aus dem Kalkstein herausgeformt wurden. Außerdem standen mehrere Tempel auf dem Programm, darunter der Thái-Vi-Tempel, der an die Herrscher der Trần-Dynastie erinnert, sowie die Linh-Cốc- und die Bích-Động-Pagode. Letztere ist besonders sehenswert, da sich ihre drei Ebenen teilweise direkt in einen Kalksteinberg einfügen. Die Landschaft von Tràng An, zu der auch Tam Cốc und Bích Động gehören, wurde 2014 von der UNESCO als Kultur- und Naturerbe anerkannt.
Am Nachmittag ruhte ich mich etwas aus. Zum Sonnenuntergang ging ich noch auf einen Kaffee an den Fluss und beobachtete, wie die letzten Ausflugsboote von ihren Touren zurückkehrten. So ließ ich den ersten Tag in Ninh Bình nach der langen Nachtfahrt entspannt ausklingen.
Heute Morgen machte ich mich gegen 10:30 Uhr auf den Weg zu einem Motorradverleih und mietete einen Elektroroller, um die Umgebung von Ninh Binh auf eigene Faust zu erkunden. Die reizvolle Landschaft ist geprägt von Reisfeldern, Dörfern, schmalen Straßen und bizarr geformten Kalksteinfelsen.
Mein erster Halt war die Bàn-Long-Pagode mit ihrer Höhle (Động chùa Bàn Long). Die buddhistische Anlage blickt auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurück und wurde 1994 als nationales historisch-kulturelles Denkmal anerkannt. Sie umfasst die Pagode, ein Heiligtum und einen Ahnentempel. Besonders bemerkenswert ist der buddhistische Tempel in einer natürlichen Höhle mit eindrucksvollen Tropfsteinformationen. Darunter befindet sich ein Felsgebilde, das an einen zusammengerollten Drachen erinnert und der Anlage ihren Namen gab: „Bàn Long“ bedeutet sinngemäß „Drache auf seinem Sockel“. Der Überlieferung zufolge kündigte das Glänzen seiner steinernen Schuppen während einer Trockenperiode Regen an.
Anschließend fuhr ich zur historischen Hauptstadt Hoa Lư, die im 10. Jahrhundert eine zentrale Rolle spielte. Erst 1010 verlegte Kaiser Lý Công Uẩn den Regierungssitz nach Thăng Long, das heutige Hanoi. Hoa Lư war damit rund 42 Jahre lang zuvor das politische Zentrum des Landes.
Die Lage in einem von hohen Kalksteinbergen umgebenen Tal bot natürlichen Schutz. Heute erinnern vor allem die Tempel für Đinh Tiên Hoàng und Lê Đại Hành an diese Epoche. Die überwiegend aus späteren Jahrhunderten stammenden Bauten zeigen traditionelle vietnamesische Architektur mit geschwungenen Dächern, Holzkonstruktionen und kunstvollen Verzierungen. Hoa Lư gehört zur Kulturlandschaft von Tràng An, die 2014 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.
Für die Besichtigung nutzte ich einen Shuttlebus; auch ein Fußbad gehörte zum Besuch. So konnte ich die Anlage erkunden, ohne die gesamte Strecke zu Fuß zurücklegen zu müssen.
In der Nähe befindet sich die große buddhistische Tempelanlage Bái Đính mit einem beeindruckenden, 100 Meter hohen, 13-stöckigen Pagodenturm, der zu den höchsten buddhistischen Türmen Südostasiens zählt. Im Inneren gibt es einen Aufzug, und der Turm dient der Aufbewahrung buddhistischer Reliquien sowie als bedeutendes religiöses Wahrzeichen der Region.
Danach ging es zur katholischen Pfarrkirche von Làng Vân. Der Katholizismus hat in Nordvietnam eine lange Tradition, was sich in den zahlreichen Kirchen und Gemeinden der Provinz zeigt. Die Glocken wurden nicht automatisch, sondern von Glöcknern bedient, sodass ich diese traditionelle Praxis unmittelbar beobachten konnte. Die Kathedrale ist die größte in Vietnam und wurde nach zehnjähriger Bauzeit erst 2025 eingeweiht.
Auf der Rückfahrt nach Ninh Binh kam ich am Bahnhof vorbei, von dem ich morgen weiterreisen werde, sowie am Einkaufszentrum Go!. Gegen 18:30 Uhr war ich wieder zurück.
Heute Morgen bin ich gegen 11 Uhr von meinem Hotel losgefahren. Den E-Scooter hatte ich direkt dort gemietet. Diesmal hatte ich vorsichtshalber zwei Batterien und zusätzlich das Ladegerät dabei, falls ich weiterfahren sollte, als es die Akkus erlauben. Am Ende hat aber alles geklappt: Die Batterien waren zwar fast leer, doch ich bin noch mit Strom zurück zum Hotel gekommen.
Zunächst fuhr ich die Strecke vom Vortag noch einmal, bog dann aber ab und gelangte in die Gegend von Kênh Gà, die als schwimmendes Dorf bekannt ist. Der Name ist allerdings etwas irreführend, denn ein eigentliches schwimmendes Dorf ist es nicht. Vielmehr handelt es sich um eine Siedlung entlang eines Flusses, an dessen Ufern die Häuser stehen. Davor liegen kleine Boote, aber auch größere Schiffe, die vor allem Bauschutt transportieren. Die Gegend ist von der Wasserstraße und dem Transport von Baumaterialien geprägt.
Ich fuhr beide Uferseiten ab und wunderte mich über die ungewöhnlichen Brücken. Statt fester Betonbrücken gibt es hier offenbar Konstruktionen aus alten Metallteilen von Schiffen, die miteinander verbunden und hintereinandergelegt wurden. Diese schwimmenden Metallbrücken ermöglichen es sogar Motorrädern, den Fluss zu überqueren. Sie wirken auf den ersten Blick eher provisorisch, erfüllen aber offenbar ihren Zweck.
Anschließend kehrte ich in einem schwimmenden Restaurant ein. Dort bestellte ich gebratenen Reis, der hier als Cơm cháy, also knuspriger Reis, bekannt ist. Diese vietnamesische Spezialität besteht aus knusprig gebratenem Reis, der je nach Zubereitung mit verschiedenen Zutaten und einer Sauce serviert wird.
Danach setzte ich meine Fahrt zur Kathedrale von Phát Diệm fort. Die Strecke dorthin war allerdings weniger angenehm als die Fahrt durch die ländliche Umgebung. Ich musste überwiegend an größeren Straßen entlangfahren und wurde ständig von zahlreichen Lastwagen überholt, die mit Bauschutt beladen waren. Viele dieser Lkw fuhren rücksichtslos durch die Ortschaften. Dabei wirbelten sie enorme Mengen Staub auf, sodass die Luft teilweise stark verschmutzt war und die Fahrt mit dem kleinen E-Scooter ziemlich unangenehm wurde.
Ein weiteres Problem ist das vielerorts praktizierte Verbrennen von Abfällen. Die Bauern brennen nach der Ernte beziehungsweise Rodung ihre Felder ab, wobei auch auf den Reisfeldern Pflanzenreste verbrannt werden. Zusätzlich werden vielerorts Haushaltsabfälle, darunter auch Plastikmüll, einfach im Freien verbrannt. Eine flächendeckende, organisierte Müllabfuhr scheint in vielen Gegenden zu fehlen. Die Rauchentwicklung ist nicht nur unangenehm und reizt die Augen, sondern belastet auch die Luft mit Schadstoffen. Zusammen mit dem Staub der Lastwagen ergibt das teilweise eine erhebliche Umweltbelastung.
Die Kathedrale von Phát Diệm war anschließend jedoch ein echtes Highlight. Die katholische Kirchenanlage gehört zu den architektonisch ungewöhnlichsten Sakralbauten Vietnams, weil sie europäische Kirchenarchitektur mit traditionellen vietnamesischen Bauformen verbindet. Die Anlage entstand im Wesentlichen zwischen 1875 und 1899 unter der Leitung des vietnamesischen Priesters Trần Lục, der auch als Père Six bekannt war. Die große Kathedrale wurde 1891 fertiggestellt.
Besonders beeindruckend fand ich die Verwendung von Holz und die kunstvolle Gestaltung der Gebäude. Während man bei einer europäischen katholischen Kirche eher hohe Türme, spitze Dächer und gotische Bögen erwartet, erinnern die geschwungenen Ziegeldächer und die Dachformen in Phát Diệm an vietnamesische Tempel und traditionelle Gemeindehäuser. Das ist kein Zufall: Der Erbauer wollte den katholischen Glauben in einer Architektur ausdrücken, die zugleich tief in der vietnamesischen Kultur verwurzelt ist. Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche Verbindung östlicher und westlicher Baustile.
Die gesamte Anlage umfasst neben der Hauptkirche mehrere kleinere Kirchen und Kapellen sowie einen markanten steinernen Glockenturm. Die große Kathedrale ist etwa 74 Meter lang und wird im Inneren von mächtigen, dunklen Holzsäulen getragen. Gerade diese massive Holzkonstruktion verleiht dem Kirchenraum eine ganz besondere Atmosphäre. Daneben gibt es eine kleinere Kirche, die fast vollständig aus Stein errichtet wurde. Auch die kunstvollen Steinmetzarbeiten und die traditionellen Dachformen sind sehenswert.
Ich trank anschließend noch einen Kaffee mit Blick auf die Kirche. Nach der staubigen Fahrt war das eine angenehme Pause, bevor ich mich auf den Rückweg machte.
In meinem Hotel hatte ich bereits am Morgen ausgecheckt, sodass ich nach meiner Rückkehr nur noch mein Gepäck abholen musste. Am Abend steht nun die nächste längere Etappe meiner Vietnamreise an: Ich nehme den Nachtzug nach Đà Nẵng an der zentralvietnamesischen Küste.
Gestern Abend bin ich gegen 22 Uhr mit dem Nachtzug von Ninh Binh nach Đà Nẵng gefahren. Der Zug besteht ausschließlich aus Schlafwagenabteilen, wobei sowohl Sechser- als auch Viererabteile angeboten werden. Ich hatte mir ein Viererabteil gebucht, in dem zunächst noch ein anderer Mann schlief. Er stieg allerdings bereits an der nächsten Haltestelle aus, sodass ich das gesamte Abteil für mich allein hatte. Danach fuhr der Zug durch die Nacht weiter in Richtung Zentralvietnam.
Am Morgen bin ich gegen 9 Uhr aufgewacht und konnte die letzten zweieinhalb Stunden der Fahrt ganz bewusst genießen. Besonders die landschaftlich reizvolle Strecke durch den Wolkenpass, den Hải-Vân-Pass, war ein echtes Erlebnis. Die Eisenbahnlinie verläuft hier teilweise unmittelbar an der Küste entlang und schlängelt sich durch die Berge, vorbei an steilen Hängen, üppig bewachsenen Hügeln und immer wieder mit Ausblicken auf das Südchinesische Meer. Der Hải-Vân-Pass bildet die natürliche Grenze zwischen Nord- und Zentralvietnam und ist für seine spektakulären Panoramen bekannt. Während die Straße mit zahlreichen Kurven über den Pass führt, bietet auch die Bahnstrecke beeindruckende Ausblicke auf die Küstenlandschaft. Gerade diese letzte Etappe machte die Zugfahrt zu einem besonderen Erlebnis.
Zwischendurch habe ich im Speisewagen gefrühstückt und konnte dabei noch einmal das typische Flair einer vietnamesischen Zugreise erleben. Gegen Viertel vor zwölf erreichte der Zug schließlich Da Nang, die größte Stadt Zentralvietnams und ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum der Region.
Nach der Ankunft bin ich zu meinem Hotel gefahren und habe mich zunächst etwas eingerichtet. Am Nachmittag ging ich dann noch ein Stück am langen Sandstrand entlang spazieren. Da Nang ist für seine ausgedehnten Strände bekannt, die sich über mehrere Kilometer an der Küste erstrecken. Besonders der breite, helle Sandstrand und der Blick auf das Meer machen die Stadt zu einem beliebten Bade- und Urlaubsort. Nach der langen Zugfahrt tat es gut, sich an der frischen Luft zu bewegen und die Küste zu genießen.
Anschließend habe ich gut gegessen und den Tag entspannt ausklingen lassen. Am Abend traf ich mich noch mit Freunden, die hier in Da Nang leben.
Heute habe ich mir am Morgen zunächst einen E-Scooter ausgeliehen, den ich auch für die nächsten Tage nutzen möchte.
Den E-Scooter habe ich bei iZiGo gemietet. Der Anbieter betreibt mehrere Stationen in Đà Nẵng und im benachbarten Hội An, an denen zahlreiche nagelneue Elektroroller des vietnamesischen Herstellers VinFast bereitstehen. Ich fahre einen VinFast Evo Lite, dessen Reichweite bis zu über 100 km pro Ladung beträgt. Er fährt mit seinen 50ccm nur 50 km/h, der ohne Führerschein genutzt werden darf. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, den Akku bei Bedarf in den Filialen zu wechseln, statt lange auf eine Aufladung warten zu müssen. Alternativ kann man den Akku auch in einer der in ganz Vietnam verteilten Akkuwechselstationen der Herstellerfirma VinFast einfach tauschen. Insgesamt wirkt das Angebot sehr modern und ist ein gutes Beispiel dafür, wie Elektromobilität in Vietnam zunehmend alltagstauglich wird.
Mein erstes Ziel war der Chợ Cồn, einer der bekanntesten traditionellen Märkte der Stadt. Dort bekommt man einen interessanten Einblick in das alltägliche Leben der Einheimischen. Zwischen den zahlreichen Ständen werden frisches Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch, Kleidung und Haushaltswaren angeboten. Besonders sehenswert ist der Bereich mit den vielen Essensständen, an denen typische Spezialitäten aus Zentralvietnam zubereitet werden.
Am Nachmittag ging es dann weiter auf die Halbinsel Sơn Trà, die nördlich des Stadtzentrums ins Meer hinausragt. Die Halbinsel ist für ihre bewaldeten Berghänge, ihre Küstenlandschaft und ihre Aussichtspunkte bekannt. Dort besuchte ich die Linh-Ứng-Pagode, eine große buddhistische Tempelanlage. Sie liegt an einem Berghang mit dem Wald im Rücken und dem Meer direkt vor sich.
Das auffälligste Wahrzeichen der Anlage ist die monumentale, weiße Statue der weiblichen Buddha-Gestalt Quan Âm, der Bodhisattva des Mitgefühls und der Barmherzigkeit. Sie ist rund 67 Meter hoch und steht auf einem lotusförmigen Sockel mit etwa 35 Metern Durchmesser. Die Figur blickt aufs Meer und gilt als Schutzsymbol für die Fischer und die Küstenregion. Von dort oben hat man einen weiten Blick über die Bucht von Đà Nẵng, die Strände und die Stadt.
Heute Morgen bin ich gegen 11 Uhr in Da Nang aufgebrochen. Zunächst habe ich beim Motorradverleih den Akku meines E-Scooters austauschen lassen und bin anschließend mit 100 Prozent Ladestand in Richtung Hoi An gestartet. Die Strecke beträgt knapp 25 Kilometer und die Fahrt dauerte ungefähr 45 Minuten. Unterwegs entdeckte ich direkt an der Straße eine Pagode, die ich spontan besuchte: die Quan The Am Pagode (Chùa Quán Thế Âm). Sie liegt am Fuß des Kim Sơn, einem der fünf Marmorberge von Ngũ Hành Sơn, und ist der buddhistischen Gestalt Quan Thế Âm gewidmet, die für Mitgefühl und Hilfe in Not steht. Der Tempel gehört zu den buddhistischen Heiligtümern in dieser Region, die neben ihren Marmorformationen auch für Höhlen, Pagoden und Schreine bekannt ist.
Anschließend fuhr ich weiter zu meinem Hotel in Hoi An, das unmittelbar am Eingang zur historischen Altstadt liegt. Es ist ein sehr schönes Haus mit knapp 100 Zimmern, ausgesprochen freundlichem Personal und einem sehr gepflegten, sauberen Eindruck. Besonders angenehm sind die beiden Swimmingpools. Den größeren davon habe ich am Nachmittag gleich für eine erfrischende Abkühlung genutzt.
Am Nachmittag machte ich mich mit dem E-Scooter auf den Weg zum Hidden Beach, einem Strandabschnitt zwischen An Bàng und Cửa Đại. Dort setzte ich mich in ein Strandrestaurant und aß etwas mit Blick auf den schönen weißen Sandstrand und das blaue Meer. Anschließend fuhr ich zurück zum Hotel und nutzte den Swimmingpool ein weiteres Mal, bevor ich mich am frühen Abend auf den Weg in die Altstadt machte.
Gegen 19 Uhr lief ich zum Eingang der historischen Altstadt von Hoi An. Der historische Stadtkern ist weitgehend Fußgängerzone, sodass Autos und Motorräder dort glücklicherweise nicht unterwegs sind. Hoi An gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel eines südostasiatischen Handelshafens aus der Zeit vom 15. bis zum 19. Jahrhundert. Die Architektur vereint vietnamesische, chinesische und japanische Einflüsse mit später hinzugekommenen europäischen Elementen. Viele der alten Häuser mit ihren charakteristischen Fassaden und Holzkonstruktionen sind bis heute erhalten geblieben.
Was mich allerdings überraschte, war die enorme Zahl an Touristen. Überall gab es Souvenirgeschäfte, touristische Läden und Restaurants, und die Straßen waren voller Menschen. Die Altstadt erstreckt sich über ein Gebiet von rund einem Quadratkilometer entlang eines Flussabschnitts, auf dem zahlreiche kleine Boote unterwegs sind und Rundfahrten anbieten. Besonders am Abend, wenn die Besucher durch die Gassen strömen und sich am Fluss aufhalten, scheint sich das gesamte touristische Leben hier zu konzentrieren. Ich war vor ungefähr 15 Jahren schon einmal in Hoi An, kann mich aber nicht erinnern, dass der Tourismus damals bereits solche Ausmaße angenommen hatte. Insgesamt fand ich es ausgesprochen voll, auch wenn die historische Kulisse mit ihren alten Häusern, den engen Gassen und dem Fluss durchaus ihren Reiz hat.
Nach einem kleinen Rundgang durch die Altstadt suchte ich mir am Rand des touristischen Zentrums ein lokales, nicht auf Touristen ausgerichtetes Restaurant und aß dort ein Bánh mì. Das vietnamesische Baguette-Sandwich ist ein Überbleibsel der französischen Kolonialzeit, das in Vietnam zu einer eigenständigen Spezialität geworden ist. Typischerweise wird das knusprige Baguette mit Fleisch, eingelegtem Gemüse, frischen Kräutern und verschiedenen Saucen gefüllt. Anschließend ging ich zurück in mein schönes Hotel, wo ich den Tag gemütlich ausklingen ließ.
Heute Morgen habe ich meinen bisherigen E-Scooter gegen ein anderes Modell in Postgelb eingetauscht, den VinFast Evo200 Lite. Der Vorteil dieses Rollers ist der größere, fest eingebaute Akku mit einer Kapazität von 3,5 kWh. Je nach Fahrbedingungen ist damit eine Reichweite von ungefähr 100 bis 150 Kilometern möglich. Da ich heute rund 40 Kilometer bis zur hinduistischen Tempelanlage Mỹ Sơn fahren wollte und anschließend auch wieder zurückmusste, wollte ich sicherstellen, dass der Akku für die gesamte Strecke ausreicht. Nach meinem Ausflug habe ich den gelben Roller wieder gegen den E-Scooter zurückgetauscht, den ich bereits gestern genutzt hatte, um von Đà Nẵng nach Hội An zu fahren.
Mein heutiges Hauptziel war Mỹ Sơn, eine bedeutende historische Tempelanlage im Landesinneren. Die Tempel liegen in einem von bewaldeten Bergen umgebenen Tal und gehören zu den wichtigsten Zeugnissen der ehemaligen Champa-Kultur in Zentralvietnam. Das hinduistisch geprägte Königreich Champa bestand über viele Jahrhunderte und entwickelte eine eigenständige Kultur, die stark von Indien beeinflusst war. Mỹ Sơn war vom 4. bis zum 13. Jahrhundert ein bedeutendes religiöses und politisches Zentrum der Cham. Hier wurden zahlreiche Tempeltürme errichtet, die vor allem der Verehrung des hinduistischen Gottes Shiva dienten. Wegen seiner außergewöhnlichen historischen und kulturellen Bedeutung wurde die Anlage 1999 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Nach der Ankunft bezahlte ich umgerechnet etwa acht Euro Eintritt. Anschließend ging es zunächst mit einem kleinen elektrischen Shuttlebus rund eineinhalb Kilometer bis zum Eingang des eigentlichen Tempelgebiets. Von dort musste ich noch ungefähr 20 Minuten zu Fuß zurücklegen, um die verschiedenen Ausgrabungsstätten zu erreichen.
Die Bauwerke bestehen überwiegend aus gebrannten Ziegeln und sind teilweise mit kunstvollen Reliefs und Darstellungen hinduistischer Gottheiten verziert. Besonders bemerkenswert ist die Ziegelbautechnik der Cham, deren genaue Herstellungs- und Verbindungsmethoden bis heute nicht in allen Einzelheiten geklärt sind. Die Anlage wurde über viele Jahrhunderte hinweg erweitert. Während des Vietnamkriegs wurden allerdings zahlreiche Tempel durch Bombenangriffe beschädigt oder zerstört. Die verbliebenen Bauwerke vermitteln dennoch einen guten Eindruck von der einstigen Bedeutung dieses religiösen Zentrums.
Nach ungefähr anderthalb Stunden war ich mit der Besichtigung fertig und machte mich mit meinem gelben Elektroroller auf den Rückweg nach Hội An. Unterwegs besuchte ich noch den Cao-Đài-Tempel von Hội An. Er gehört zur Cao-Đài-Religionsgemeinschaft, deren geistliches Zentrum in der Provinz Tây Ninh im Süden Vietnams liegt. Die Cao-Đài-Religion entstand 1926 und verbindet Elemente verschiedener religiöser und philosophischer Traditionen, darunter Buddhismus, Taoismus, Konfuzianismus und Christentum. Ihr zentrales Symbol ist das göttliche Auge, das für die allumfassende göttliche Präsenz steht. Das Gebäude ist ein interessantes Beispiel für die religiöse Vielfalt Vietnams, die neben Buddhismus und traditionellen Ahnenritualen auch eigenständige Glaubensrichtungen umfasst.
Nach diesem zusätzlichen Zwischenstopp fuhr ich zurück zu meinem Hotel in Hội An. Dort nutzte ich erst einmal den Swimmingpool, um mich nach der langen Fahrt und dem Rundgang durch die Tempelanlage abzukühlen.
Am Abend ging ich noch einmal zu Fuß in die Altstadt und in Richtung der berühmten japanischen Brücke. In der Nähe der Brücke setzte ich mich an einen Tisch, bestellte ein paar Frühlingsrollen und beobachtete das geschäftige Treiben. Auch heute Abend war wieder sehr viel los. Die Altstadt ist mit ihren historischen Häusern, den zahlreichen Geschäften, den bunten Laternen und den vielen Restaurants ein großer Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Besonders rund um den Fluss und die japanische Brücke herrscht am Abend eine lebhafte Atmosphäre.
Heute war außerdem der 14. Tag des Mondmonats, also der Vorabend des Vollmonds. Dieser Tag hat in Vietnam eine besondere spirituelle Bedeutung. Deshalb konnte ich auf meinem Rückweg überall kleine Tische vor den Geschäften und Häusern sehen, auf denen Opfergaben vorbereitet worden waren. Geschäftsinhaber und Familien stellen an diesem Tag Speisen, Obst und weitere Gaben auf, um ihre Ahnen zu ehren, wandernde Geister zu besänftigen und für Glück, Gesundheit sowie geschäftlichen Erfolg im kommenden Mondmonat zu bitten. Teilweise gehören zu diesen Ritualen auch symbolische Papiergaben: Nachbildungen von Geld und Alltags- oder Luxusgütern, um die Vorfahren im Jenseits zu versorgen, die später verbrannt werden. Tradition ist eng mit buddhistischen und taoistischen Einflüssen sowie älteren vietnamesischen Glaubensvorstellungen verbunden. Gerade in Hội An, wo alte Traditionen bis heute sichtbar gepflegt werden, war diese besondere Atmosphäre an vielen Straßenecken zu beobachten.
Auf dem Rückweg zum Hotel kaufte ich mir schließlich noch ein Bánh Mì an einem traditionellen vietnamesischen Straßenverkaufswagen. Diese beliebten Sandwiches werden mit einem knusprigen Baguette zubereitet, das auf den französischen Einfluss aus der Kolonialzeit zurückgeht. Die Verkäuferin belegte das Brot frisch mit Zutaten wie Leberpastete, Aufschnitt, Kräutern und verschiedenen Saucen.
Am späten Vormittag habe ich heute mein Hotel in Hoi An verlassen und mich mit dem E-Scooter ganz gemütlich auf den Weg zurück nach Đà Nẵng gemacht. Die Strecke zwischen den beiden Städten beträgt rund 25 Kilometer, für die ich ungefähr 45 Minuten gebraucht habe. Dank der elektrischen Roller von VinFast, die ich über den Anbieter Izigo.vn miete, lässt sich diese Entfernung bequem zurücklegen. Die Fahrt führt aus Hoi An hinaus und über die Verbindungsstraße in Richtung Đà Nẵng, wobei man unterwegs immer wieder das typische vietnamesische Straßenleben beobachten kann.
In Đà Nẵng angekommen, habe ich diesmal ein Hotel in der Nähe des Flughafens bezogen. Das ist durchaus praktisch, denn der internationale Flughafen liegt ungewöhnlich zentral am westlichen Rand der Innenstadt und ist von vielen Stadtbereichen aus schnell zu erreichen. Wie mir der Rezeptionist erklärte, sind es von meinem Hotel aus sogar nur etwa zehn Minuten zu Fuß bis zum Flughafen. Das Hotel selbst ist im modernen Loft-Stil eingerichtet. Die Zimmer wirken bewusst etwas roh und unverputzt, was ihnen einen eigenen Charakter verleiht, und sind trotzdem sehr geschmackvoll gestaltet. Mir hat die Einrichtung auf Anhieb gefallen, sodass ich mich hier sicherlich wohlfühlen werde. Besonders angenehm war, dass ich bereits gegen 12:30 Uhr mein Zimmer beziehen konnte. So konnte ich mich nach der Fahrt gleich ein wenig ausruhen.
Am Nachmittag habe ich mich dann auf den Weg gemacht, um einige größere Supermärkte der Stadt zu besuchen. Đà Nẵng hat sich in den vergangenen Jahren wirtschaftlich und touristisch stark entwickelt, was sich auch im modernen Einzelhandel widerspiegelt. Zunächst war ich im GO!-Supermarkt. Die GO!-Märkte gehören zur Central-Gruppe aus Thailand, die im südostasiatischen (aber auch im deutschen) Einzelhandel eine bedeutende Rolle spielt. Anschließend habe ich noch die neue AEON Mall besucht, ein modernes Einkaufszentrum des japanischen Handelskonzerns AEON.
Mein Hauptziel bei diesen Einkäufen war der vietnamesische Kaffee. Davon habe ich mich gleich in beiden Supermärkten eingedeckt. Vietnamesischer Kaffee schmeckt mir besonders gut, weil viele Röstungen ein ausgeprägt schokoladiges Aroma haben.
Anschließend wollte ich mir noch den Sonnenuntergang am Meer ansehen. Đà Nẵng liegt direkt an der Küste des Südchinesischen Meeres, das in Vietnam üblicherweise als Ostmeer bezeichnet wird. Die Stadt besitzt kilometerlange Sandstrände und ist nicht nur ein bedeutendes Wirtschaftszentrum, sondern auch ein beliebtes Urlaubsziel. Gerade am späten Nachmittag bietet sich ein Besuch am Strand an, wenn die Temperaturen etwas angenehmer werden und das Licht über dem Meer langsam weicher wird. Ich habe den Sonnenuntergang direkt am Strand mitgenommen und die Gelegenheit genutzt, noch einmal die Atmosphäre an der Küste zu genießen.
Danach stand noch eine praktische Angelegenheit auf dem Programm: Ich musste meinen E-Scooter beim Verleih zurückgeben. Der Anbieter hat eine Filiale ganz in der Nähe meines Hotels, allerdings handelt es sich dabei um einen kleinen Laden, in dem offenbar nicht ständig Personal anwesend ist. Die Rückgabe funktioniert deshalb auf eine etwas ungewöhnliche, aber durchaus moderne Weise.
Ich habe über WhatsApp Kontakt mit einer Mitarbeiterin aufgenommen, die sich nicht vor Ort im Laden befindet. Vor der Tür gibt es einen Monitor mit einer Kamera, über die man offenbar kontrollieren kann, wer den Laden betreten möchte. Nach der Kontaktaufnahme wurde mir der Zugang ermöglicht. Im Inneren konnte ich dann den Schlüssel an der vorgesehenen Stelle hinterlegen und die Batterie des Rollers in das Ladegerät einsetzen. Den Scooter selbst stellt man einfach vor der Tür ab. Ich habe vorsichtshalber von allen wichtigen Schritten Fotos gemacht, sowohl vom abgestellten Roller als auch von der Schlüsselübergabe und der Batterie. So habe ich einen Nachweis darüber, dass ich alles ordnungsgemäß erledigt habe. Das ist bei einer solchen kontaktlosen Rückgabe sicherlich sinnvoll, gerade wenn später noch Fragen auftauchen sollten. Letztlich hat aber alles problemlos funktioniert.
Nachdem ich auch diesen letzten Punkt erledigt hatte, bin ich zurück in mein Hotel gegangen und habe den restlichen Abend dort verbracht. Nach der gemütlichen Fahrt von Hoi An nach Đà Nẵng, den Einkäufen in den beiden Supermärkten und dem Abstecher ans Meer war das ein eher ruhiger Tagesabschluss.
Am Sonntagmorgen ging meine Reise durch Nordvietnam sowie die Städte Đà Nẵng und Hội An zu Ende. Vom Hotel aus lief ich in etwa zehn Minuten zu Fuß zum Terminal des internationalen Flughafens von Đà Nẵng, checkte ein und bestieg meinen Flug mit Vietnam Airlines nach Bangkok. Nach knapp zwei Stunden Flugzeit erreichte ich die thailändische Hauptstadt.
Etwas verwunderlich war allerdings die Getränkeauswahl an Bord: Obwohl es sich um einen regulären Linienflug handelte, wurden Bier und Cola serviert, aber ausgerechnet am frühen Morgen gab es keinen Kaffee.
Damit endete eine abwechslungsreiche Reise durch Vietnam, die mich von Hanoi und der Insel Cát Bà über die spektakulären Berglandschaften der Hà-Giang-Schleife und die Karstlandschaft von Ninh Bình bis an die Küste Zentralvietnams geführt hatte. Besonders die Fahrten mit dem E-Scooter, die beeindruckende Natur und die historischen Tempel und Pagoden machten die Reise zu einem vielseitigen Erlebnis. Mit der Ankunft in Bangkok war dieses Kapitel meiner Reise abgeschlossen.